Wir sind in Israel

Montag, 02.12. schrieb Michaela:

Auch heute Morgen wachen wir wieder bei blauem Himmel auf.
Auch heute heißt die Parole wieder „Frühstart“…
Auch heute Morgen verschlingen Mutter & Tochter im Eiltempo ihr Frühstück, um aber dann doch beim Treffen um 7.45 Uhr in der Lobby wieder die Letzten zu sein…
Auch heute Morgen erwartet uns der treue Nathan wieder am Jaffator und es geht los nach Süden Richtung Totes Meer.

Den Weg durch die Außenbezirke Jerusalems kennen wir schon. Es geht vorbei an immer karger werdender Landschaft, arabischen Siedlungen hoch oben auf Bergrücken, an Beduinen Lagerstätten, bis wir ans Tote Meer kommen.

> Nora erklärt: die geophysikalische Veränderung des Toten Meeres macht große Sorgen. Jährlich(!) zieht sich die Uferlinie wegen der verringerten Niederschläge um 1,20m zurück. Der freigelegte Boden an den Ufern und der Seegrund sind in der Tiefe mit einer 3-4m dicken Salzschicht bedeckt, da obendrauf ist Erde. Wenn es dann zwar selten, aber sintflutartig regnet, löst der Regen nach und nach die unter dem Boden liegende Salzschicht auf und spült sie weg. Resultat: der Boden bricht ein. Wir sehen viele, viele kleinere und größere Krater und Einbrüche, die an dramatischen Stellen ganze Badestellen haben zusammenbrechen lassen. Es mußten sogar schon Straßenführungen wegen dieser Krater verlegt werden. Badebetrieb, Hotellerie, Gastronomie sind nur noch an wenigen Stellen möglich. Und bislang gibt es noch keine Lösung für dieses Problem.
Der Salzgehalt im Wasser des Toten Meeres beträgt ca 30%, und damit ist das Wasser zu schwer, um Wellen bilden zu können.

Unsere erste Station ist schließlich die „Oase En Gedi“ mit ihrem wegen eines Wasserfalls und dem damit verbundenen Wasservorkommen üppig grünen Naturschutzpark. Eine Wanderung zum Wasserfall steht auf dem Programm. Die kleine Version Wanderung , beruhigt uns der Pastor. Er ist halt jung und sportlich, Flipflop Fan mit trainierter Trittsicherheit.

Es geht harmlos los, es riecht streng, wir lernen, dass das die Steinböcke sind. Die liebe Sonne meint es gut mit uns, es wird ordentlich warm, und unser Pfad entpuppt sich als immer steiler, stufiger, enger, nasser, aufregender! Menschenskinder, sind wir geländegängig!!!

Der kühle Wasserfall belohnt uns für alle Mühen, Fotoshooting lohnt sich, und irgendwie fühlt man sich wie ein schweißgebadeter Gipfelstürmer.
Zurück am Ausgangspunkt wimmelt es inzwischen von Menschen, da lob ich mir doch glatt unseren Frühstart!

Und weiter gehts.

Immer am Toten Meer zur Linken, und eindrucksvoller sandfarbener, wüstenartiger Landschaft zur Rechten entlang. Schon von Weitem sehen wir einen allein stehenden Berg mit flachem Dach vor uns, darauf die

Festung Masada

Ein letztes Mal die Audiogeräte umgehängt, schweben wir mit der schweizer Seilbahn in den Endspurt unserer Pilgerreise.
Es ist völlig verrückt, das kannten wir bislang nur aus dem Skiurlaub. Die Seilbahn bringt uns 450m hoch über den Meeresspiegel auf die Felsenfestung des Herodes. Sie diente ihm als Fluchtort und Palast für die Winterzeit. Tatsächlich soll er sich aber nur 2x dort aufgehalten haben. Oben markiert eine schwarze Linie auf allen Gemäuern den unteren Teil als ausgegraben, und den oberen Teil als rekonstruiert.
Nora zeigt uns eine perfekte, hoch entwickelte Prachtanlage bestehend aus 3(!) Palästen, die jeweils auf Terrassen untereinander gebaut wurden, Vorratsläger mit Platz für allerfeinste Gaumenfreuden, Badehaus, Schwimmbad, Aquädukten und Zisternen. Einfach unglaublich!

Am Eingang zu der Anlage hatten wir bereits einen Film gesehen, der uns u.a. von dem heroischen menschlichen Drama erzählt hatte, das sich im Jahr 73 oder 74 n.Chr. bei der Belagerung von Galiläern auf Masada durch die Römer abgespielt hatte: Damals brachten sich 960 Menschen dort oben selbst um, um der Gefangenschaft durch die Römer zu entgehen. 10 ausgegrabene Tonscherben mit aufgemalten Namen drauf zeugen von dem Drama.

Ja, und dann packen wir unsere Audiogeräte endgültig weg.

Unser allerletzter Programmpunkt ist nur noch reines Vergnügen.
Badestelle am Toten Meer, und wer mag darf die pilgergeschundenen Körperteile schwerelos auf dem Salzwasser entspannen lassen.
Wer drin war, war in und fühlte sich tiefengereinigt.

Zurück in der Herberge bekam Nora ihre Audiogeräte zurück, und wir Pilger alle eine feine Pilger Urkunde. Zum Einrahmen, oder fürs Fotobuch.

Das war das offizielle Ende unserer Pilgerreise nach Israel, aber… da soll noch so ein ganz spezieller Virus um sich gegriffen haben…, denn auch an diesem letzten Abend verschwanden wieder mehrere Personen in der Tiefe der Altstadt und kehrten mit kleinen Bildchen auf unterschiedlichen Körperteilen in die Herberge zurück. Ein Jerusalem Virus???

Fazit: Was wir auf dieser Reise erlebt haben, werden wir zuhause kaum in Worte fassen können. Es war „zauberhaft“, um es vereinfacht auszudrücken….
Ein bißchen links, ein bißchen rechts, und: Einmal heilig, immer heilig!

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Sonntag, 01.12. schrieb Birthe:

Es ist Sonntag. Die Juden haben ihren Shabbat beendet, die Christen feiern ihren Sonntag, ihren Feiertag. Es ist merkwürdig, fremd, dass die jeweiligen Viertel geschlossen haben. Bei uns ist es das emsige Treiben an jedem Tag, wenn die Touristen unsere Insel bevölkern. Auch an einem Sonntag. Hier in Jerusalem erscheint der Feiertag heilig.
Unsere Fahrt führt uns heute zum israelischen Parlament. Vor dem Parlament steht ein 7 armiger Leuchter, der Knesset Menora, welches das Wappensymbol Israels darstellt. Das Bronzemonument wurde von Benno Elkan geschaffen, ein jüdischer Bildhauer, der nach einem Berufsverbot durch die Nationalsozialisten nach London emigrierte.
Danach geht es in die Kirche von Johannes dem Täufer nach En Kerem. In dieser Kirche findet man die Geburtsgrotte vom heiligen Johannes dem Täufer. Über der Grotte wurde ein katholisches Kirchengebäude aus dem späten 19. Jahrhundert errichtet.
Unsere Reise führt uns weiter in das Hadassah Krankenhaus in En Kerem. Patienten, Ärzte, Angehörige, Reisende und Händler erinnern eher an ein buntes Treiben in einem Einkaufszentrum als an ein Krankenhaus. Groschen-Psychologie nennt Nora es, denn die Patienten werden schneller gesund, wenn sie sich schöne Dinge kaufen können, sagt sie. Eine kleine Tür führt uns in eine Synagoge, in deren Kuppel die berühmten Fenster von Marc Chagall Platz finden.
Sie stellen die 12 Söhne Jakobs (Genesis Kapitel 35 Verse 22-26) dar.
Wir fahren zum Yad Vashem hinauf und hören dabei von Dietrich Bonhoeffer
„Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.“
Es gibt uns einen kleinen Vorgeschmack auf das was uns dort oben erwartet.
„Erst nimmt man den Juden ihre Arbeit, dann ihre Bankkonten, dann ihre Häuser. Aber will man ihnen ihre Würde nehmen, dann nimmt man ihnen ihre Namen und gibt ihnen Nummern“.
Wir können uns gar nicht oft genug daran erinnern, was unser Volk den Juden im nationalsozialistischen Reich angetan hat. 6 Millionen Juden fanden den Tod für wahnsinnige Theorien eines Fanatikers. Darunter auch 1,5 Millionen Kinder. Wir gehen in die Gedenkstätte der Kinder. In einem Raum brennen 5 Kerzen, durch Spiegelungen hat man das Gefühl es leuchten tausende Kerzen. Eine Stimme nennt die Namen der Kinder, die dem Holocaust zum Opfer gefallen sind.
Nicht nur ich komme emotional sehr aufgewühlt aus diesem Raum.
Draußen erzählt uns Nora etwas über Janusz Korczak, der im Warschauer Ghetto ein Kinderheim geleitet hat. Korczak war ein Mediziner und ein bedeutender Pädagoge, der auch meine pädagogische Ausbildungszeit geprägt hat. „Wie man ein Kind lieben soll“, eines seines wichtigsten Werke. Ein Leitfaden für Eltern und Erzieher. Korczak vertrat ein Prinzip, welches sein pädagogisches Handeln symbolisierte. „Die uneingeschränkte Achtung vor Kindern“.
Diese  Achtung setzt die uneingeschränkte Liebe von Kindern voraus.
Die Nazis haben den Juden ihre Würde, ihre Namen genommen, Yad Varshem hat ihnen ihre Namen wiedergegeben. Den Initiatoren von Yad Varshem ist es gelungen, 4,2 Millionen Juden namentlich zu identifizieren.
Der anschließende Besuch des Museums, dessen Gebäude den halben Davidstern darstellt, führt uns durch die Geschichte der Verfolgung der Juden durch den Nationalsozialismus. Emotional ergriffen gehe ich durch die einzelnen Bereiche. Schuhgräber, durch die Nationalsozialisten verbotene und zur Vernichtung bereitliegende Bücher, Habseligkeiten der Menschen, die in den Lagern ermordet wurden ergreifen mich und machen mir den weiteren Gang schwer. Bilder und Lebensläufe von Verantwortung tragenden NS Offizieren hängen an der Wand.
Nicht jeder schafft es bis zum Ende des Museums, bricht ab und zieht sich zurück. Mit voller Wucht hat es uns getroffen, was unsere Vorfahren den jüdischen Mitmenschen angetan haben. Mit Sorge denke ich an  die Gegenwart, in der es rechtsorientierten Parteien in die Landtage schaffen. Gegenwart in der die AFD die drittstärkste Partei im Bundestag ist. Gegenwart in der tausende Menschen auf der Flucht sterben. Wo werden wir in den nächsten Jahren politisch hinsteuern? Es liegt an uns.
Bäume auf dem Gelände von Yad Vashem stehen für Menschen, die Juden in dieser schwierigen Zeit unterstützt haben. Oskar Schindler ist wohl der bekannteste.
Yad Vashem ein Ort gegen das Vergessen des Holocaust.
AFTER AUSCHWITZ
(by Yehuda Amichai)
After Auschwitz, no theology:
From the chimneys of the Vatican, white smoke rises —
a sign the cardinals have chosen themselves a Pope.
From the crematoria of Auschwitz, black smoke rises —
a sign the conclave of Gods hasn’t yet chosen
the Chosen People.
After Auschwitz, no theology:
the inmates of extermination bear on their forearms
the telephone numbers of God,
numbers that do not answer
and now are disconnected, one by one.
After Auschwitz, a new theology:
the Jews who died in the Shoah
have now come to be like their God,
who has no likeness of a body and has no body.
They have no likeness of a body and they have no body.
Wir blicken nach vorn, sagt Nora, und ihr seid mit Absicht heute hier und nicht morgen an eurem letzten Tag. Ihr sollt Israel mit schönen Erinnerungen verlassen.

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Samstag, 30.11. schrieb Franz:

Wo soll ich anfangen meine Eindrücke zu beschreiben, ganz am Anfang? es gab schon so viele bewegende Momente.

Der 8. Tag:
Der Tag beginnt sonnig und fröhlich, Gang zum Yaffator und unserem Bus, auf dem Weg nehmen wir unseren palästinensischen Führer, Samir, in Empfang.
Fahrt zum Wadi Qelt, wieder vorbei an Absperrungen und Zäunen, wer soll dieses Land verstehen, das mit einem Status Quo lebt, mit so vielen Gegensätzen und eben so vielen Wahrheiten.

Angekommen werden wir schon von Beduinen erwartet, nur nicht in die Augen sehen
und freundlich aber bestimmt die angebotenen Waren ablehnen.
Auf Vorschlag unseres Guides nehmen wir aber einen Beduinen mit einem Esel (  Ibrahim, Name des Esels “ Trump “ ) mit auf die Wanderung durch das Wadi.zunächst steil bergab, der Esel ganz gelassen, schon sehen wir nach einer Wegbiegung das St.Georg-Kloster wie ein Schwalbennest am Fels kleben, himmlische Ruhe im Wadi, ach nein im Kloster läuft ein Kompressor, es wird gebohrt und gehämmert, schade dass wir im Kloster nicht die griechisch-orthodoxe Kapelle sehen und betreten dürfen, bekommen aber Kaffee mit Kardamom. Es geht weiter die Wanderung entlang des Wadi, schweigend, um die Wüste auf uns wirken zu lassen und zu verstehen warum
Jesus sich mehrmals in die Wüste zurück zog um in sich zu gehen. Der Weg ist steinig, schmal, bergauf , bergab immer am Abgrund ( 50 m ) entlang, vorbei an einer Eremitei in dem ein Mönch seit 40 Jahren sich von der Welt zurück gezogen hat. da taucht am Ende des Wadi Jericho auf mit Ruinenresten des Palastes von Herodes, der hier die letzten Lebensjahre verbracht hat. auch am Ende des Wadi erwarten uns wieder Beduinen mit Dromedaren, aber wir sind im nicht hinsehen ja schon geübt.
Abschied von Melania ( denn der Esel ist eine Eselin ) und noch schnell einen Granatapfelsaft trinken, im Bus zurück nach Jerusalem. Durch das Damaskustor betreten wir wieder die Stadt und tauchen ein in das Wirrwarr aus kleinen Gassen
mit orientalischer Geräuschkulisse und Gerüchen ein, dann stehen wir in der Via Dolorosa und vor dem Österreichischen Hospiz zur Heiligen Familie, es gibt Wiener Schnitzel und Apfelstrudel zu Mittag.

Nach dem Mahl begeben wir uns auf den Kreuzweg Richtung Grabeskirche, auf dem Vorplatz ein Menschenmeer, in der Kirche die Luft weihrauchgeschwängert, die Kirche teilen sich, im wahrsten Sinne des Wortes, sechs Konfessionen, in die Schlange zum Heiligen Grab reihen wir uns nicht ein, das könnte Stunden dauern, wir stellen uns auch nicht an der Treppe zu Golgotha an, die Kirche insgesamt imposant, aber ein bisschen heruntergekommen, durch die komplizierten Besitz-und Anspruchsverhältnisse kann keine Konfession etwas unternehmen ohne den Status Quo zu verändern, die Kreuzauffindungsgrotte ( katholische Kirche ) ist hingegen ordentlich restauriert. Von hier machen wir uns auf den Weg zum Zionsberg.

Mit Abendmahlssaal und der Dormitiokirche, nicht spektakulär aber wir wollten es sehen, ob nun hier das Abendmahl stattfand oder nicht, wer hier begraben liegt oder nicht, nicht so wichtig, ein bisschen links-ein bisschen rechts, pflegt unser Pastor
Pohl zu sagen.

Ja und dann hat sich so eine Gruppendynamik entwickelt, einer hatte die Idee sich eins der ältesten Tattoos der Welt ( Jerusalem-Kreuz ) stechen zu lassen, letztlich waren wir dann sieben aus der Gruppe die sich am Abend  im ältesten ( seit 1300 ) Tattoostudio der Welt  bei „Razzouk Tatttoo „  tätowieren ließen und es wollen noch mehr den „Pilgerstempel“ haben.
So für Heute

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Freitag, 29.11. schrieb Manfred:

Unser erstes Ziel, zu dem uns Moses durch das noch sonnige, heiße Jerusalem auf den 809 Meter hohen Ölberg kurvte. Der Ölberg erhielt seinen Namen von seiner ursprünglichen Verwendung – er war eine Olivenplantage. Noch heute wachsen dort hunderte Jahre alte Ölbäume, deren Früchte wie früher von Hand geerntet werden. Der Anblick über Jerusalem war überwältigend und insbesondere der Tempelberg wurde unzählige Male fotografiert. Ein weiterer, vierbeiniger Hingucker da oben war ein Dromedar.

So machen wir uns also zu Fuß auf den Weg über den Ölberg und Nora erklärt uns dabei unter anderem auch einiges über die Gräber, die Richtung Jerusalem am Ölberg liegen. Während es im öffentlichen Teil des angrenzenden Gartens Gethsemane rappelvoll war, erhielten wir eine Privataudienz in einem verschlossenen Teil. Ein Traum! In einer kleinen Andacht erinnerte Ingo Pohl an die Geschichte Jesu und ermunterte uns, über unsere eigene Geschichte nachzudenken. Nach einem Innehalten wandelten wir in aller Ruhe durch den Garten Gethsemane, vorbei an Lavendelbüschen und Olivenbäumen.

 

Wieder am Fuße des Ölbergs angelangt, gingen wir durch das Stephanstor in die Altstadt auf der Via Dolorosa. Ursprünglich war das die Pilgerstraße, die ins Zentrum Jerusalems führte. Sie ist gesäumt von bunt aussehenden und nach allen Gerüchen des Orients duftenden Ständen der arabischen Händler. Zeitgleich war die Via Dolorosa der Kreuzweg Jesu, der dort eines seiner zwei Wunder am Betesdateich vollbrachte.

Die schmalen Gassen des arabischen Viertels bargen verkehrstechnische Tumulte. Irgendwie scheinen da nur Transporter unterwegs zu sein, die sich in engen Kurven begegnen und dann nicht weiterkommen. Da heißt es, Ruhe zu bewahren und Maßnahme 1 zu ergreifen: Hupen. Nach 1 Sekunde folgt Maßnahme 2: länger Hupen. Nach Maßnahme 3 (Dauerhupen) wird schnell noch telefoniert und dann im Weg stehende Dinge wie Obstkisten etc. aus dem Weg geschoben. Laut, aber einfach.

Staunend aber hartgesotten nehmen wir Kurs auf die 1131 bis 1138 von Kreuzfahrern errichtete St. Anna Kirche und packten dort unsere Gesangsbücher raus. Andere Gruppen vor uns waren schon sehr klanggewaltig,  aber wir waren schon echt gut mit unserem Kanon von „Lobet und preiset..“ 😀

Der Knaller war allerdings der Besuch eines arabischen Restaurants in Bethlehem! Mit Blick auf die Hirtenfelder speisten wir leckere Salate, Soßen, Brote, Fleisch, Gemüse…… Dazu den Wein „Star of Bethlehem“ (👍🏼) und das zum Ort passende Shepherd-Bier. Am Liebsten wären wir da geblieben – wenn nicht noch die Geburtskirche auf dem Plan gestanden hätte. Und zwar keineswegs allein. Leider war der Andrang so riesig, das wir die Geburtsgrotte nicht besichtigen konnte. Aber schön, das alles mal gesehen zu haben! Beim voran gegangendem Shopping  deckten wir uns mit Kerzenhaltern, Weihnachtsdeko und Kreuzen aus Olivenholz, sowie Schmuck ein.

Wieder ein voller, super interessanter Tag!!!!

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Donnerstag, 28.11. schrieb Birthe:

Ein israelisches Geburtstagslied begrüßt unsere Fahrt am heutigen Tag. Manfred hat Geburtstag.

Heute steht sie an, die Reise nach Jerusalem, mir geht das Spiel aus Kindertagen nicht aus dem Kopf. Warum heißt es so? Die Herkunft des Namens ist ungeklärt, manche vermuten sie in Reisen nach Jerusalem zur Zeit der Kreuzzüge, andere sind der Meinung, dass es aus der Zeit der zionistischen Migration nach Palästina und dem begrenzten Platzangebot auf den Auswandererschiffen hervorkam. Ich hoffe nur, dass wir heute keinen vergessen auf unserer Reise nach Jerusalem. Vergessen haben wir nichts, keinen Koffer, keine Jacke und auch keinen Pass. Ich glaube jeder hat heute früh dreimal sein Hotelzimmer kontrolliert.

Vorher geht es nach Magdala. Magdala ist bekannt als die Heimat von Maria Magdalena, eine frühe Anhängerin und Unterstützerin Jesus. Maria Magdalena war es, die Jesus nach Jerusalem begleitete und nicht von seiner Seite wich, den Kreuzweg begleitete. Maria Magdalena war es, die das leere Grab bemerkte und den anderen Jüngern davon berichtete. Während sie trauerte erschien ihr der Auferstandene, und sie trug die Botschaft an die anderen. Einige Interpretationen behaupten, sie sei eine Sünderin, eine Dirne. Was mich nachdenklich stimmt über die Rolle der Frauen. Macht, der Männer, die dieses über sie behaupten. Nachdenklich über die Rolle der Frau in den Glaubensrichtungen dieser Welt und in unserer Gesellschaft. Was vor 2000 Jahren galt, gilt zum Teil heute noch. Ungerechte Bezahlung zwischen Männern und Frauen, das Wahlrecht, rein und unrein, Verhüllen, Verschleiern….

Direkt neben der Ausgrabungsstätte steht eine wirkliche schöne Kirche, in der sieben Säulen verschiedene Frauen aus dem neuen Testament repräsentieren, die Jesus gefolgt sind. Eine achte Säule würdigt alle Frauen, die den christlichen Glauben gelebt haben.

Es geht weiter Richtung Nazareth, vorher halten wir an der Stelle wo Johannes der Täufer wirkte und Jesus taufte, wir können unsere Taufe genau an dieser Stelle erneuern.

In Nazareth besichtigen wir die Verkündigungskirche. Hier wird die Verehrung der Mutter Jesus deutlich. Die Kirche wurde genau an der Stelle errichtet, an der der Erzengel Gabriel Maria die Wundergeburt verkündete. Wieder eine Geschichte, wie so viele Geschichten aus der Bibel, die ich in den letzten Tagen gehört habe. Es sind Geschichten, die eine Interpretation erlauben. Ein bißchen links, ein bißchen recht.
Die Busfahrt von Nazareth nach Jerusalem ist lang. Wir fahren durch das Jordantal, an der Straße entlang liegen Dattelplantagen, Bauern weiden ihre Ziegen, ein paar Dromedare stehen herum. Im Bus ist es ruhig. Jeder ist mit sich beschäftigt. Der eine schläft, hört Musik oder hängt in seinen Gedanken. Der Pastor ist zum Scherzen aufgelegt.

Mit Blick auf die untergehende Sonne fahren wir in Jerusalem ein. Hier ist sie nun die Stadt, in der die großen Religionen ihren Ursprung haben. Judentum, Islam, Christen. Das verbindet uns also. Eine gemeinsame Stadt der vielen Geschichten. Ich merke nicht so viel davon. Vielmehr haben haben wir Sorge vor dem Unbekannten des anderen. Antisemitismus in der Bibel. Nichtverstandene, unbekannte Traditionen. Es ist die Lebenswelt und der Glauben des anderen, der uns ängstigt. Würden wir einfach nur die Lebenswelt des anderen akzeptieren. Auch hier gilt ein bißchen links, ein bißchen rechts. Das Leben wäre doch einfacher.
Wir suchen unser Hotel. Die Stadt ist voll und laut.

Der letzte Punkt auf unserer vollen Tagesordnung steht an. Der Besuch der Klagemauer, eigentlich der Westmauer. Ich halte inne, beobachte, respektiere. Und suche mir eine kleine Spalte für meinen Wunsch und meine Bitte. Irgendwann wird der Zettel auf dem Ölberg begraben.

Wir gehen unterirdisch weiter. Die Ausgrabungen unter der westlichen Tempelmauer liegen vor uns. Eng und warm, aber mit einem engagierten Guide, geht es voran.

Ein langer Tag liegt hinter uns und der nächste vor uns.

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Mittwoch, 27.11. schrieb Nikolas:

Das Frühschwimmen im See Genezareth erfreut sich zunehmender Beliebtheit – ein toller und erfrischender Start in den Tag, der sich heute um das Neue Testament und das Wirken Jesus von Nazareth dreht.
Unser erstes Ziel: Die “Kirche der Brotvermehrung” am Ort, wo nach dem Matthäusevangelium die sog. wundersame Brot- und Fischvermehrung bei der Speisung der Fünftausend stattfand (Matthäusevangelium 14, 13-21).
In einem bewegenden Gottesdienst am See Genezareth nahmen wir das Abendmahl ein.
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Dann machten wir uns auf zum Berg der Bergpredigt (Matthäusevangelium 5, 1-7, 29). Hier – “ein bisschen links, ein bisschen rechts” – verkündete der wohl 30jährige Jesus seine Lehre und legt seinen Jüngern den in der Tora offenbarten Willen neu aus. Die wohl bekannteste Predigt von Jesus von Nazareth markiert den Beginn seines öffentlichen Wirkens. Neben der biblischen Bedeutung ist der Ausblick auf den See Genezareth und die ihn umgebende Hügellandschaft einfach herrlich. Wir besuchten die 8eckige Kapelle am wuseligen und von Pilger den sowie Touristen aus aller Welt überlaufenen Ort der Bergpredigt, 8eckig in Anlehnung an die 8 Seligpreisungen. Wir wanderten hinunter zum See Genezaret und fuhren weiter nach Kafarnaum, der “Stadt Jesu”. Hier wurden Gassen und Häuser aus römischer Zeit, die Synagoge mit beweglichem Toraschrank und “Kirche des Petrushauses” aus der byzantinischen Zeit freigelegt und teilweise restauriert. Kafarmaun spielt in den Evangelien als Wohn- und Wirkungsort Jesu eine wichtige Rolle – zB: “Als Jesus hörte, dass man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte zog er sich nach Galiläa zurück. Er verließ Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, das am See liegt (…)” Matthäus 4, 12. Auch hier wieder ein unfassbarer Blick über den See Genezareth.

Zum Mittagessen kehrten wir ein in das Pilgerhaus Tabgha von 1889 auf einen zauberhaften “Petrusfisch”, eine schmackhafte Rotbarschart aus dem See Genezareth.
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Anschließend gingen wir bei strahlendem Sonnenschein auf eine bewegende Bootsfahrt auf dem See Genezareth. Ausgangspunkt war das Yigal Allon Museum and Educational Center, in dem u. a. das sog. Jesus-Boot aus dem See Genezareth ausgestellt ist – dies wurde 1986 entdeckt und stammt aus dem 1. Jahrhundert.
Beim Sonnenuntergang am See Genezareth ging dieser wunderbare Tag zu Ende.
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Dienstag, 26.11. schrieb Raphael:

Ein leichter Frühnebel weht in der aufgehenden Sonne über das Ostufer des See Genezareth als eine Kleingruppe unserer Pilger, noch vor dem Frühstück, in die geheiligten Wässer eintauchen. Der See Genezareth liegt 213 Meter unter dem Meeresspiegel und ist das größte Wasserreservoir Israels.

Das koschere Frühstück war sehr gut. Während es am gestrigen Abend ausschließlich Fleisch und Gemüse gab, essen wir am heutigen Morgen ausschließlich Milchprodukte und Gemüse. Dies ist eines der 613 Gebote/Verbote des alten Testaments, über die wir in den vergangenen Tagen viel lernen durften: „Du sollst das Lämmchen nicht in der Milch seiner Mutter kochen“.

Fast pünktlich geht es um 08:05 Uhr los.
Am Ufer des See Genezareth entlang fahren wir nach Tzfat, wo wir uns rund 1.000 Höhenmeter weiter oben in einem Bergdorf wiederfinden. In der Synagoge müssen Männer eine Kopfbedeckung tragen. Unsere Reiseleiterin, Nora, lässt uns am jüdischen Glauben teilhaben. Der Weg zur zweiten – ashkenazischen – Synagoge erlaubt den ein oder anderen Blick in die Ferne, während wir uns durch schmale Gässchen, vorbei an kunstvollen Ateliers, bewegen. Auch heute scheint wieder die Sonne für uns, zu angenehmen Temperaturen genießen wir ein wenig Freizeit im Städtchen.
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Wieder zurück im Bus, fahren wir an Olivenbäumen und Zypressen vorbei durch eine karge Landschaft und erfreuen uns an der Schönheit der Golanhöhen.
Etwas später wandeln wir von plätscherndem Wasser begleitet durch die Ruinen des Palastes König Salomons und Hauses Davids. Auf unserem Weg zum Mittagsstop lernen wir mehr über die politische Situation des Landes, wir befinden uns nun dort, wo bis 1967 syrisches Gebiet war. Nach Sandwiches zum Mittag begeben wir uns zu einer Quelle des Jordan. Wir lassen uns etwas vom heiligen Wasser dieses biblischen Flusses durch unsere Finger rinnen und lernen, weshalb dieser Ort so wichtig ist, wo Jesus sprach:
„Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesem Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.“

Noch beseelt von den heiligen Orten des heutigen Tages widmen wir uns der israelischen Weinkultur, lernen über die Herstellung in Barrique Fässern (225 Liter) und verkosten Weiß- und Rotwein im Golan Heights Weingut.

Den Abend lassen wir, wie gestern, am koscheren Buffet ausklingen, zum Abend gibt es wieder ausschließlich Fleisch und Gemüse.

und Stefan  schrieb:

Ein bewegender Tag im Grenzgebiet von Syrien und Israel: an den Quellen des Jordan auf den Golanhöhen waren wir ( völkerrechtlich) fast den ganzen Tag auf syrischem Gebiet unterwegs. Die Golanhöhen sind seit 1967 von Israel besetzt, um einen Raketenbeschuss des Jordantales von hier oben zu verhindern. Nur 63 km von Damaskus blicken wir von den Golanhöhen über die von UN Truppen kontrollierte Pufferzone( die weißen Gebäude in der Mitte) nach Syrien, ein merkwürdiges Gefühl, an der Schnittstelle internationaler Spannungen und Interessen zu stehen, oberflächlich friedlich, die milde Abendsonne taucht alles in weiches Licht, aber nur wenige Kilometer entfernt leider die Menschen unter dem Terror Assads oder des sogenannten IS.

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Montag, 25.11. schrieb Manfred:

Shalom, nach wunderbaren Eindrücken der Stadt Tel Aviv, trafen wir un heute morgen pünktlich zum Frühstück. Wir sind gespannt was der heutig Tag bringt. Bis auf wenige Pilger, welche sich erkältet haben, sind alle wohlauf. Gestärkt steigen wir in den Bus. Und der Tag soll einige Überraschungen bereit halten. Los geht es, dass ich auf der letzten Minute merke, dass ich meine Jacke im Zimmer liegen lassen habe. Darin alle Flugunterlagen und natürlich auch meinen Reisepass. Schnell erledigt und es geht nun los. Nach einem Morgengebet und einem Lied machen wir uns daran, dass der Bus Tel Aviv verlässt. Plötzlich erreicht uns ein Anruf unseres Hotels… zwei Koffer stehen noch in der Lobby 🙂

Also entscheidet unsere Reiseleitung Nora, den Bus kehren zu lassen. Leider kommen wir voll in den Berufsverkehr, kilometerlanger Stau. Also brechen wir hier ab, drehen um. Die Koffer werden nun per Taxi auf den Weg gebracht.

Jetzt geht es nach Cesarea, welches wir nach ca. 1 Stunde erreichen

Caesarea gehört heute zu den bedeutendsten historischen Stätten Israels. Seine Blütezeit erlebte es zur Gründung während der römischen Herrschaft – zu Ehren der römischen Kaiser wurden einige Orte Caesarea genannt und zur Unterscheidung mit Zusatz (Maritima, Philippi etc.) versehen – und als Kreuzfahrerfestung. Die noch heute sehr durch ihre Größe beeindruckende Anlage ist äußerst gepflegt und auf jeden Fall einen Ausflug wert.

Das historische Caesarea am Mittelmeer bietet neben einer beeindruckenden Ausgrabungsanlage mit großer Arena eine sehr schönes Strandpromenade.
Herodes ließ an diesem Ort riesige befestigte Paläste, große Tempel, Amphitheater und Aquädukte errichten, doch sein “Meisterstück” war der Bau einer völlig neuen Hafenstadt, die heute zwischen Tel Aviv und Haifa zu besichtigen ist. Sie hatte zu damaliger Zeit allen materiellen Glanz, den nur ein Herrscher wie Herodes aufbieten konnte. So gab es einen Tempel, der Caesar Augustus geweiht war, ein Amphitheater, Theater, Hippodrome und Badehäuser, ausgekleidet mit importiertem Marmor.

Von hier aus geht weiter Richtung Akko. Nach einer Stärkung zu Mittag erobern wir uns Akko.

“Wer Akkon erobert, erobert die Welt!” soll Napoleon gesagt haben, nachdem er sich 1799 zwei Monate vergeblich an der Eroberung dieser damals mächtigen Stadt versucht hatte. Originale Kanonen auf dem Festungswall zeugen von der erfolglosen Belagerung des französischen Feldherrn. Schon im 3. Jahrtausend v.Chr. wurde die idyllisch gelegene Landzunge nördlich von Haifa besiedelt, war für einige Jahrzehnte in der Hand von Kreuzrittern, deren städtische Anlage sich mit gewaltigen Kreuzgewölben und Säulen unter der heutigen Altstadt erstreckt und eins der interessantesten Zeugnisse der Zeit in Israel darstellt. Auch wenn das unchristliche Eroberungsverhalten der Kreuzritter heute zu Recht verurteilt wird, so hinterließen sie doch eindrucksvolle Bauten und für Akko eine einmalige, sehenswerte historische Sehenswürdigkeit. Im Jahr 2001 wurde die gesamte Altstadt von der Unesco zum Weltkulturerbe erhoben, was die historische Bedeutung noch einmal unterstreicht.

Nach dem Besichtigen der vielen Steinen und grandiosen Bauwerke sitzen wir nun Bus und machen uns auf den Weg zum See Genezareth. Ich vergaß zu erwähnen, dass, als wir in Caesarea losfuhren, einem Pilger das Handy abhanden gekommen sein will…  Der Bus fuhr sofort retour… 🙂 bis sich rausstellte, alles gut, es war nur gerade nicht auffindbar.

Uns erreichte später noch ein Anruf, dass ein Mantel im Hotel vergessen wurde. Jetzt waren wir aber soweit weg; ein Umkehren war unmöglich. Der Mantel sollte aber nach der Rückkehr, sowieso entsorgt werden. Das wurde heute vorgezogen.

Gegen 18:00 sind wir am See Genezareth eingetroffen. Zimmer wurden bezogen und gleich geht es zum Abendessen. Leider ist es schon sehr dunkel, so dass wir von hier heute aus keine Bilder posten können. Holen wir nach. Was ich aber schon berichten kann… zwei unser Pilger haben bereits ein Bad im See genossen.

Das Wetter ist etwas kühler als in Tel Aviv, dennoch angenehme Temparaturen.

לילה טוב

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Samstag, 23.11 schrieb Michaela:

29 Pilger*innen von der Insel und aus allen möglichen anderen Regionen der Republik, und alle eint die große Liebe zu „unserer“ Insel und die große Neugier auf Israel und alles was uns dort erwartet.
Eine bunte Truppe, die ein oder anderen kennen sich bereits besser, und die , die noch kaum jemandes Namen wissen, bemühen sich schon in der Abflughalle am Flughafen HH um gegenseitiges Bekanntmachen. Aufgeräumte Stimmung am Gate, trotz früher Morgenstunde. Der Pastor hatte pünktliches Erscheinen um 7.45Uhr befohlen.
Es folgte ein reibungsloser Transport Hamburg-Wien-Tel Aviv, keinerlei Verlustmeldungen.
Perfekt! Zu erwähnen wäre noch Manfreds fürsorgliches Bestreben, uns in beiden Fliegern gemeinschaftsfördernd möglichst zusammen zu platzieren.

In Tel Aviv:
erste Feststellung: wir sind zurück in der Sommerzeit. Die Uhren müssen eine Stunde vor gestellt werden, und es ist um 17.00 bereits dunkel. Und es ist warm!!!
Wir lernen Nora, unsere Führerin kennen, entern den Bus und fahren durch das abendliche Tel Aviv zum Hotel Cinema. Ein sehr cooler, stylischer ehemaliger Kinokomplex im Bauhaus Stil. Zimmer Bezug.
Erstes, KÖSTLICHES Abendessen im Hotel, danach Kaltgetränke auf der Dachterrasse und dann brechen die Unermüdlichen noch auf ins Tel Aviv at night.

Sonntag, 24.11 schrieb Michaela:

Frühes Frühstück, schon wieder so lecker!
Um 8.30Uhr Aufbruch nach Jaffa, strahlender Sonnenschein bei 23*, man kann es irgendwie noch gar nicht fassen.
Die Fahrt geht entlang der Küstenstraße an kilometerlangem Strand zur rechten, und Hochhäusern/Tendenz Wolkenkratzern zur linken vorbei.
In Jaffa werden wir am wuseligen Ortseingang ausgespuckt und folgen nun Nora und ihren kundigen Ausführungen durch idyllische Gassen im Künstlerviertel zur St.Peter‘s Church, zu deren Standort auch der Pastor Geschichtliches beizutragen hat.
Im Lauf des Vormittags wird es tatsächlich immer wärmer.
Weiter gehts per Bus nach Neve Zedek, der Gründungssiedlung vor den Toren  Jaffas, die später mit  Tel Aviv verschmolz. Wieder Idylle pur, enge Straßen, kleine sandfarbene Häuser, Geschäfte, Cafés, Szene.
Kurze Kaffeepause und weiter Richtung Tel Aviv Centrum, Bauhaus Spaziergang über den Rothschild Boulevard. Die Füße werden langsam heißer, aber die Architektur beeindruckt restlos. Nora erklärt uns die Bauhaus Varianten und die Merkmale von deren  Weiterentwicklung.
Dann Pause! Uff! Hatten wir ehrlich gesagt alle verdient.
Nachmittags sehen wir das kleine deutsche Viertel mit typisch deutschen Häuslebauer Merkmalen, fahren dann an Oper und Stadttheater vorbei und verlassen den Bus noch einmal, um den Ort am Rathaus anzusehen, an dem 1995 Yitzhak Rabin erschossen wurde. Erschütternd.
Schließlich gehts zurück zum Hotel und das Pilgervölkchen zerstreut sich Richtung Dachterrasse, oder Nachmittagsschläfchen, oder zum Shoppen, oder an den Strand zum Sundowner. Auch nicht schlecht!

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24.11.2019 schrieb Manfred

Tel Aviv begrüßt uns mit sonnigen 18 Grad. Gleich geht es los nach Jaffa und anschließend erkunden wir Tel Aviv. Alle Pilger sind gut gelaunt und freuen sich auf den Tag.

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23.11.2019 schrieb Manfred:

Fast pünktlich um 07:45 Uhr waren alle Pilger am Flughafen. Nachdem alle Koffer aufgeben wurden, ging es zur Sicherheitskontrolle. Obwohl die Kontrolle heute deutlich intensiver war, sind wir jetzt alle durch und warten auf unseren Abflug.

Die mobilen Geräte werden langsam abgeschaltet. Wir melden uns dann aus  Israel.

Update: Wir sind Pünktlich um 17:35 in Tel Aviv gelandet. Die Zimmer im Hotel sind bezogen und nun geht gleich zum Abendessen und danach in das nächtliche Tel Aviv. Morgen früh um 08:30 geht es dann auf die Pilgerreise.

Ein paar Impressionen vom Flug und ein erster Eindruck vom Hotel mit Ausblick

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22.11.2019 schrieb Manfred:

Noch 13 Stunden… Ich sitze noch im Büro um die letzten Sachen zu erledigen, die ich nicht mehr geschafft habe. Dafür ist der Koffer jetzt auch zu!

Seit gestern bin ich im Reisefieber. Es wurden gestern alle Mitreisenden eingecheckt und die Bordkarten ausgedruckt. Nachdem allerding bei Austrian Airline die Systeme in die Knie gegangen sind, hat der gesamte Vorgang etwa 5 Stunden gebraucht. Puh, das war schön ärgerlich. Aber jetzt wo dies erledigt ist, kann es nun losgehen.

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19.11.2019 schrieb Nikolas:

Nur noch vier Tage und wir fliegen nach Israel.
Die Vorfreude ist groß, Reiseführer sind gewälzt und gespickt mit Markern, der Koffer ist schon fast gepackt: Habe ich auch nichts vergessen? Reisepass, Reiseadapter, Klamotten für alle Temperaturen und Gelegenheiten, Smartphonetarif für Israel.
Aber das Wichtigste ist nicht das materielle Reisegepäck.
Neugierde auf ein neues Land, Interesse an noch unbekannten Kulturen, gespannt sein auf neue Genüsse und Gerüche, Lust auf neue Kontakte, Vorfreude auf ein besonderes persönliches Reiseandenken.
Ich freue mich auf Israel und eine tolle Truppe, die auf meiner Entdeckungsreise an meiner Seite ist.
Schalom

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18.11.2019 schrieb Manfred:

Liebe Mitleser, liebe Israelbegeisterte, liebe Freunde,

die Überschrift zu dieser Seite heißt “Wir sind in Israel”, obwohl wir doch eigentlich noch zu Hause sind. Der Zähler verrät es… noch 5 Tage.

Also bei uns zuhause ist seit dem Wochenende irgendwie Unruhe eingekehrt. Haben wir an alles gedacht? Sind alle Informationen an alle per Email versandt worden. Klappt der Gruppen-Check-Inn. Wo sind die Tickets, die Reisepässe usw. Diese und weitere Fragen wurden immer wieder gestellt, beantwortet und abgehakt. Wenn Ingo und Manfred in den Urlaub fahren, ist es “fast” immer so, dass Ingo der erste ist, der seinen Koffer gepackt und reisefertig in den Flur stellt. Ich brauche hierfür immer ein paar Tage länger. Sei es, weil ich mich nicht hetzen lassen möchte oder einfach auch nur, um Ingo ein wenig zu ärgern. 🙂

Allerdings muss ich mich jetzt ranmachen, zumindest schon mal überlegen, was nehme ich mit. Irgendwie muss von allem etwas dabei sein. Der aktuelle Wettertrend sagt uns eine Tagestemperatur von um die 23/24 Grad voraus. Zum Ende der Reise nähern wir uns tagsüber dann immer noch den 20 Grad. Ein schöner Satz den ich bei der Wetter-App gefunden habe: “Freuen sie sich auf 10 Sonnenstunden”, verglichen mit der nordischen Sonne ein Gewinn bis zu 100%. Die Abende werden von den Temperatur kühler und nachts werden immerhin noch 15 Grad erreicht. Diese Wetterinfo betrifft Tel Aviv. Für Jerusalem liegen die Tempatureb etwas niedriger.

Für Ingo ist es zudem die vierte Reise. Er ist da klar im Vorteil! Ich hingegen reise zum ersten Mal mit und bin voller Spannung, was Israel zu bieten hat.

Ach wären wir doch schon in Hamburg. Vorfreude ist so eine schöne Freude. Und wenn erstmal alle Reisenden im Flugzeug sitzen, die Motoren starten und es zur Startbahn geht, dann können wir sagen… Shalom Israel, wie kommen.

Nun muss ich aber auch schließen… mir ist noch etwas eingefallen, was ich für den Koffer brauche, also muss ich schnell noch etwas besorgen… Bis Donnerstag wird dies noch öfter passieren.

Update… Eine Waschmaschine läuft noch… Dann ist auch mein Koffer fertig gepackt. 🙂